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Slowakei Informationen - Nachrichten vom 31. August 2007
RSI, RSI
Glückwünsche an Abdullah Gül
Staatspräsident Ivan Gašparovičc hat an das neu gewählte türkische Staatsoberhaupt Abdullah Gül ein Glückwunschtelegramm geschickt. Er versicherte ihm u. a. die Unterstützung der Bemühungen seines
Landes, ein EU-Mitglied zu werden.
Niedrige Inflationsrate erwartet Dem Gouverneur der Nationalbank der Slowakei Ivan Šramko zufolge sollte die SR im September zum ersten Mal auch das
Kriterium für die Einführung des Euro betreffend die Inflationsrate erfüllen. Er forderte die Regierung auf, alle zusätzlichen Einnahmen zur Senkung der Schulden und des Defizits der öffentlichen
Finanzen zu verwenden. Dies sei eines der wichtigsten und schwer erreichbaren Maastricht-Kriterien, fügte Šramko hinzu. Er meint, daß es langfristig erfüllt werden sollte, was der Slowakei auch gelingen
könnte.
Opposition verlangt Abberufung der Sozialministerin Die Opposition hat die Abberufung der Sozialministerin Viera Tomanová im Parlament eingereicht. Laut ihr habe die Ministerin
in dieser Funktion versagt. Tomanová wird Unkompetenz, Klientelismus und Unfachlichkeit vorgeworfen. Ihre Vorschläge, die die vom Sozialministerium vorgelegten Gesetzesnovellen beinhalten, verunsichern
die Bürger. „Sie geht gegen die Bevölkerung“, sagte der Abgeordnete Jozef Mikuš. Die Opposition ist sich dessen bewußt, daß sie für die Abberufung über keine ausreichende Zahl der Stimmen verfüge. Die
Abberufung von Tomanová zu initiieren, nimmt jedoch die Opposition als ihre moralische Pflicht wahr.
SNS über Ungarische Garde Dem Vorsitzenden der Slowakischen Nationalpartei Ján Slota
zufolge sei die Entstehung der Ungarischen Garde ein gefährlicher Präzedenzfall, weil es sich um einen der EU-Staaten handle. Er wird darüber mit Außenminister Ján Kubiš sprechen. Kubis forderte schon
die ungarische Regierung auf, gegen die Garde strenger vorzugehen.
Slowakische Journalisten beunruhigt Die Anzündung des Hauses der Journalistin Naďda Šindlerová sei laut Verein der
slowakischen Journalisten ein schlechtes Signal über den Zustand der Gesellschaft. Der Verein ist deswegen sehr beunruhigt. „Es ist offenbar, daß man sowohl dieser Journalistin als auch den weiteren
Angst einjagen will, um sie von der Suche nach Wahrheit abzulenken“, sagte Zuzana Krútka, Vorsitzende des Vereins. Innenminister Róbert Kaliňnák interessiert sich für den Fall und bot der
Journalistin Polizeischutz an.
Das Wetter am Wochenende Wechselhaft, am Samstag vereinzelt Regenschauer. Frühtemperaturen zwischen 13 und 5, Tageshöchstwerte 17 bis 24 Grad.
Aktuelle Wechselkurse 1 EUR………………..33,74 1 USD………………..24,78 1 CHF………………..20,56 1 CZK…………………1,22 SKK. Angaben ohne Gewähr!
[31. 08. 2007]
Schöner Náci wieder „zu Hause“
RSI, RSI
Gestern, 40 Jahre nach seinem Tod, wurden die
sterblichen Überreste von Ignác Lamár nach Bratislava überführt. Sie wurden auf dem Ondrej-Friedhof beigesetzt. Damit wurde der letzte Wunsch von Lamár erfüllt, in seiner beliebten Stadt die letzte
Ruhestätte zu haben. Ignác Lamár wurde von den Bratislavaern „Schöner Náci“ genannt. Er war immer elegant, schön gekleidet mit Zylinder auf dem Kopf, mit weißen Handschuhen, einem Stock und trug oft
ein kleines Päckchen. Vor allem war er aber immer höflich und gut gelaunt. So lief er auf den Straßen von Bratislava und grüßte jeden – und zwar in drei Sprachen, was für Bratislava von gestern typisch
war – slowakisch, deutsch und ungarisch. Er starb in der Gemeinde Lehnice, wo er wegen seiner Krankheit – Tuberkulose – im örtlichen spezialisierten Krankenhaus behandelt wurde. Er wurde hier auch
begraben, fast wie ein Obdachloser. Lamár wurde 1897 in der Gemeinde Petržalka (Engerau – heute ein Stadtviertel von Bratislava) geboren. Er stammte aus sehr bescheidenen Verhältnissen. Seine
Mutter verließ ihren Mann, weil er Alkoholiker war. Die Familie war gezwungen, alles zu verkaufen, um überleben zu können. Ignác Lamár bekam eine Arbeitsstelle im Theater, wo er sich unglücklich
verliebte. Nach dieser Enttäuschung entschloß er sich, daß er die Leute auf die Art und Weise aufheitern werde, wie es sein Großvater einst tat – er war nämlich Clown im Kludsky-Zirkus. Schöner Náci
half den Frauen bei Hausarbeiten, wofür er immer belohnt wurde – er bekam von ihnen vor allem das Essen. Beliebt war er im heutigen Café Mayer, wo er für seine Dienste und Artigkeit mit einem Stück
Kuchen und einer Tasse Kaffee bewirtet wurde. Die elegante Kleidung, die er anhatte, erbte er von seinem Vater, der bei Gräfin Nyári diente. Viele alte und ältere Bürger von Bratislava meinen, daß
Schöner Náci ein Symbol des alten Bratislava sei. Die Ferdinand-Martineng-Gesellschaft beschloß, dass sie zu Ehren von ihm jedes Jahr die Auszeichnung „Der anständigste Bratislavaer“ erteilen wird. Zum
ersten Ausgezeichneten wurde der Schauspieler Stano Dančciak.
[03. 09. 2007]
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