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Slowakei Informationen - Nachrichten vom 03. September 2007
RSI, RSI
Tag der Verfassung der SR
Am vergangenen Samstag, den 1. September, hat die SR den Tag der Verfassung gefeiert. Die bedeutendste Ursache der Annahme der Verfassung der SR noch im Jahre 1992 war laut Staatspräsident Ivan
Gašparovičc die knappe Zeit, die den Autoren zur Verfügung stand. Sie mußten den Text der Verfassung noch vor dem Zerfall der Tschechoslowakischen Republik fertig stellen. Premier Fico meint, daß
die Verfassung der SR standard und mit irgendeiner anderen vergleichbar sei. „Seit 1998 gab es einige Versuche sie zu ändern, was sich im Laufe der Zeit als falsch erwies“, sagte der Premier.
Eröffnung des neuen Schuljahres Unterrichtsminister Ján Mikolaj glaubt, daß es ihm gelingen werde, die Schulreform durchzusetzen. „Das traditionelle Schulwesen ändert sich“, sagte Mikolaj in
seiner Rundfunkansprache anläßlich der Eröffung des neuen Schuljahres. Die Studenten bekommen mehr Raum für größere Aktivität und Freiheit, bei der Bildung werde die Entwicklung ihrer Schaffenslust
betont, sagte der Unterrichtsminister.
Ungarn über Schengen Dem Vorsitzenden der Partei der ungarischen Koalition Pál Csáky zufolge befürchten die Ungarn, daß das Schengen-System zu
einem neuen Eisernen Vorhang werde. Die ungarischen Organisationen verlangen, daß das System ein spezifisches Regime für den Verkehr der in den Grenzgebieten lebenden Personen ermöglichen sollte. Dies
sollte auch gesetzlich geregelt werden und auch für die Kleinkinder gelten, die Kindergärten besuchen.
Krönungsfeierlichkeiten in Bratislava Am vergangenen Samstag haben in Bratislava
bereits zum fünften Mal die Krönungsfeierlichkeiten stattgefunden. Diesmal wurde die Königin Anna von Tirol gekrönt. Ehrengast dieser historischen Veranstaltung war der ungarische und österreichische
Kronprinz Otto von Habsburg, der jedoch auch bei einer wahren Krönung schon anwesend war. Als vierjähriger Bube verfolgte er 1916 die Krönung seines Vaters Karl. Otto von Habsburg bekam in Bratislava
auch ein Geschenk - eine Kassette mit allen fünf zeitgenössischen Krönungsplaketten.
Aus den Regionen Unweit der mittelslowakischen Gemeinde Hriňnová ist am Wochenende zu einer
Tragödie gekommen. Ein Autobus mit 40 Menschen stürzte in eine Schlucht. Unter den Reisenden gab es auch Kinder. Sechs Menschen kamen ums Leben, zwei Passagiere wurden schwer und einige leicht verletzt.
Im Bus reisten die Mitglieder des Folkloreensembles Hriňnovčcan, die vom Folklorefest in Poľlana heimkehrten. Es wird vermutet, daß die Bremsen auf der äußerst engen Straße in der Kurve
versagten Im Fall ermittelt die Polizei.
Historischer Kalender Am 3. September 1917 wurde in der mittelslowakischen Gemeinde Sučcany, unweit von Martin, Rudolf Petrák geboren. Er
war ursprünglich Lehrer, nahm jedoch Gesangsunterricht bei bedeutenden Pädagogen in Bratislava und Wien. Anschließend wurde er an das Slowakische Nationaltheater verpflichtet, wo er bis 1948 wirkte.
Zugleich sang er auf mehreren bedeutenden Opernbühnen Europas uns Amerikas – in Wien, Budapest, Prag, Chicago, New York. Petrák wurde Mitglied der New York City Opera und gastierte auch an der
Metropolitan Oper. Er trat in etwa 25 Rollen auf und widmete sich auch der Konzerttätigkeit. Mit einem seiner Konzerte bereiste er die ganze USA. Petrák lebte seit seiner amerikanischen
Theaterverpflichtung in den USA und war später auch als Unternehmer tätig. Er betrieb einen Laden mit Noten. Rudolf Petrák starb am 3. März 1972 in Greenwich, Connecticut. Man muß an dieser Stelle noch
bemerken, daß er überhaupt der erste slowakische Opernsänger war, der die Bretter der berühmten New Yorker Met betrat.
Die Wetteraussichten für Dienstag Kühl und windig. Stark bewölkt
bis bedeckt und vielerorts Regen, vor allem im Norden des Landes. Frühtemperaturen zwischen 12 und 6, Tageshöchstwerte 11 bis 18 Grad.
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Schöner Náci wieder „zu Hause“
RSI, RSI
Gestern, 40 Jahre nach seinem Tod, wurden die
sterblichen Überreste von Ignác Lamár nach Bratislava überführt. Sie wurden auf dem Ondrej-Friedhof beigesetzt. Damit wurde der letzte Wunsch von Lamár erfüllt, in seiner beliebten Stadt die letzte
Ruhestätte zu haben. Ignác Lamár wurde von den Bratislavaern „Schöner Náci“ genannt. Er war immer elegant, schön gekleidet mit Zylinder auf dem Kopf, mit weißen Handschuhen, einem Stock und trug oft
ein kleines Päckchen. Vor allem war er aber immer höflich und gut gelaunt. So lief er auf den Straßen von Bratislava und grüßte jeden – und zwar in drei Sprachen, was für Bratislava von gestern typisch
war – slowakisch, deutsch und ungarisch. Er starb in der Gemeinde Lehnice, wo er wegen seiner Krankheit – Tuberkulose – im örtlichen spezialisierten Krankenhaus behandelt wurde. Er wurde hier auch
begraben, fast wie ein Obdachloser. Lamár wurde 1897 in der Gemeinde Petržalka (Engerau – heute ein Stadtviertel von Bratislava) geboren. Er stammte aus sehr bescheidenen Verhältnissen. Seine
Mutter verließ ihren Mann, weil er Alkoholiker war. Die Familie war gezwungen, alles zu verkaufen, um überleben zu können. Ignác Lamár bekam eine Arbeitsstelle im Theater, wo er sich unglücklich
verliebte. Nach dieser Enttäuschung entschloß er sich, daß er die Leute auf die Art und Weise aufheitern werde, wie es sein Großvater einst tat – er war nämlich Clown im Kludsky-Zirkus. Schöner Náci
half den Frauen bei Hausarbeiten, wofür er immer belohnt wurde – er bekam von ihnen vor allem das Essen. Beliebt war er im heutigen Café Mayer, wo er für seine Dienste und Artigkeit mit einem Stück
Kuchen und einer Tasse Kaffee bewirtet wurde. Die elegante Kleidung, die er anhatte, erbte er von seinem Vater, der bei Gräfin Nyári diente. Viele alte und ältere Bürger von Bratislava meinen, daß
Schöner Náci ein Symbol des alten Bratislava sei. Die Ferdinand-Martineng-Gesellschaft beschloß, dass sie zu Ehren von ihm jedes Jahr die Auszeichnung „Der anständigste Bratislavaer“ erteilen wird. Zum
ersten Ausgezeichneten wurde der Schauspieler Stano Dančciak.
[03. 09. 2007]
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